Doreen Kröber und Andreas Zmuda brechen Mitte 2012 auf um die Welt in einem "fliegendem Motorrad" zu umrunden. Aus anfänglich geplanten 3 Jahren ist inzwischen eine Lebensphilosophie geworden. Wie fliegende Nomaden erkunden beide die Welt aus der Vogelperspektive.
Beide verkaufen ihr komplettes Hab und Gut und brechen ohne große Vorplanung mit ihrem seltsamen Fluggerät zu einem 160.000 km langen Weltrekordflug durch 120 Länder und über 5 Kontinente auf.
Erkennt Ihr uns!? Ja, das sind tatsächlich wir, Andreas und Doreen, ausnahmsweise mal ohne unsere gelben Hosen, dafür aber aufgebretzelt anlässlich Steve`s (Andreas Sohn) Abiturabschlussfeier in Kolumbien. Wie Ihr seht haben wir die Frage nach dem Dresscode also geklärt ;). Aber inzwischen haben wir die elegante Abendgarderobe wieder gegen unsere bequemen gelben Hosen eingetauscht und pünktlich zum Start des RedBull Airracespektakels sind wir wieder zurück in Budapest. Ja, wie Andreas schon sagt, die Qualifikation für das Rennen haben wir leider „knapp“ verfehlt, aber einfach zuzusehen wie die Piloten unter Budapests Brücken hindurchsausen ist beeindruckend. Außerdem war in diesen Tagen auch die Fußball - WM noch voller hoffnungsvoller Spannung, also geballte Action ;). Jedenfalls hat uns dies die Wartezeit auf den Transponder sehr verkürzt.
Die guten Nachrichten, der Transponder ist da und auch schon eingebaut, ebenso der elektrische Trimm und der Motor ist ja nun auch wieder flott. Und, unglaublich, zu unserer Freude ist auch noch ein Hochdruckgebiet im Anmarsch mit tollem Flugwetter am Montag, Dienstag und Mittwoch. Also die nächste Flugetappe wird am Montag vom Flughafen Tölköl (Budapest) an den Balaton erfolgen und am Dienstag geht es gleich weiter nach Slowenien. In Österreich sind momentan irgendwie alle zuständigen Bearbeiter im Urlaub. Keine Chance eine Einfluggenehmigung zu bekommen. Aber länger warten wollen wir nun auch nicht. Deshalb fliegen wir nun ohne Zwischenlandung in Österreich direkt weiter nach Slowenien. Eure Trike Globetrotter Doreen
Einer unserer Zylinderköpfe - So sollte der nicht aussehen!
So sieht unser Zylinder aus nach nur 550 Flugstunden und ca. 20% AvGas Nutzung.Aber neben dem FLARM, dem Transponder und dem Trimm bleibt dies nicht unsere einzige UIKeyInputDownArrowBaustelle. „Zwei Motorbefestigungen fehlen und die Dritte ist sehr locker!“, teilt uns der Mechaniker mit. Ich traue meinen Ohren nicht. Wo und wann haben wir die Befestigungsschrauben denn verloren oder wurden die nie eingebaut!? Dazu kommen noch zwei kleine Risse in der Kühlleitung. Das reicht, damit ist der Flug zum Balaton erst einmal verschoben. Unsere Sicherheit geht vor und nicht die Zeit und auch nicht das Budget. Schließlich ist der Balaton in 3 Wochen auch noch da, wenn wir aus Kolumbien zurück kommen! Irgendeine Fügung hat uns nach Budapest genau zu diesem professionellen Mechaniker gelenkt, der seinen Job sehr ernst nimmt und ein gutes Auge hat.
Wartezeit bedeutet Arbeitszeit, aber natürlich auch Zeit um Budapest zu erleben. Wie ihr bestimmt wisst entstand die Einheitsgemeinde Budapest durch Zusammenfügung der Städte Buda (dt. Ofen) auf der westlichen Donauseite und Pest auf der östlichen Donauseite.Wir wohnen in Pest, in einem kleinen Appartement, direkt im Stadtzentrum, am Franz Liszt Platz, im Jüdischen Viertel. Auf den ersten Blick ist Budapest nicht meine ganz große Liebe. Alles wirkt etwas chaotisch (konkret wenn man auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen ist), gebietsweise etwas schmuddelig und von vielen wunderschönen historischen Gebäuden bröckelt der Putz. Der Stadtteil Pest hat eine unglaublich schöne historische Bausubstanz, wie z.B. die alten Bahnhöfe, die Bäder, die Oper, die Basilika, die Markthalle und hundertestilvoller Mietshäuser und Alleen.Es gibt auch sehr interessante moderne Architektur wie der sogenannte Walfisch oder das neue Theater. Aber das allerschönste und beeindruckendste Gebäude für mich ist und bleibt das Parlamentsgebäude.
Blick von der Freiheitsstatue (Szabadsàg szobor)
Der „Walfisch“ (Bàlna Budapest)
Das beeindruckende Parlamentsgebäude
Die Sonne brennt und so gönnen wir uns in einer Strandbar direkt am Ufer der Donauein Gläschen eisgekühlten Rosé und genießen die Ruhe im Schattender Linden mit Blick auf die Kettenbrücke und Buda samt Königsschloss und die Fischerbastei. Da dann stoppt ein Bus und eine Herde Asiatischer Nachbarn kommt aufgeregt angetippelt. Doch Knips den Auslöser gedrückt, das Selfie ist im Kasten und schon kehrt wieder Ruhe ein. „Bestimmt fahren die heute noch nach Paris“, witzelt Andreas.
Prosit an der schönen Donau
Auf den zweiten Blick, am Abend wenn die Sonne untergeht und Lichter die Donaubrücken und die Stadt erstrahlen lassen, tolle Bars, Restaurants und Cafés aus dem Boden sprießen verändert sich das Flair, aus dem gebietsweise noch grauen Entlein wird ein glitzernder Schwan und was soll ich sagen: Budapest ist toll! Das schönste Erlebnis ist eine Bootsfahrt zum Sonnenuntergang auf der Donau, das darf man nicht versäumen. Für alle Nachtschwärmer - Budapest lässt euch garantiert nicht schlafen. Ein besonderes Erlebnis sind die Ruinenbars im jüdischen Viertel. Dort taucht man ein und kommt so schnell nicht wieder heraus. Was Ruinenbars sind wollt ihr wissen? Mit viel Kreativität und künstlerischem Geschmack in alten Abrisshäusern integrierte Bars mit Livemusik.
Das Schloss und die Kettenbrücke im nächtlichen Lichterglanz
So nun muß ich aber packen, denn morgen ganz früh geht es mit dem großen Flugzeug nach Kolumbien. Hier stellt sich nun nur noch die Frage nach dem Dresscode.
Planänderung! Anstatt nach Eger haben wir uns entschlossen
heue direkt nach Budapest zu fliegen. Warum, fragt ihr?
Die Wettervorhersage für Eger zeigt dicke Regenwolken und
über Budapest ist blauer Himmel.
Ungarn ist das 50. Land auf unserer Länderliste, juhu!
Es ist perfektes Flugwetter heute morgen. Nur über den kleinen Orten liegen vereinzelte Nebelwolkenschleier, durch die ab und zu ein roter Kirchturm hindurchlugt. Nachdem wir die Grenze zu Ungarn passieren, kommen auch schon die ersten Weinberge in Sicht. Noch über die Donau rüber und schon befinden wir uns im Landeanflug auf den 90 Jahre alten Flughafen Tölkölin Ungarn. Dieser Flughafen sieht aus wie eine grüne Hügellandschaft, denn die tonnenförmig gewölbten Dächer der Flugzeughangars sind zur Tarnung mit Gras und rot blühendem Klatschmohn überwachsen. Alles erinnert mich irgendwie an das Land der Hobbits aus dem Film Herr Ringe, nur eben für Riesen gebaut.
Morgennstimmung
Die Natur erwacht gerade.
Viele Burgen und Schlösser säumen unseren Flug
Wir können unseren kleinen Flieger in einem der riesigen Hangars, in dem während des kalten Krieges die Sowjetische Luftwaffe ihre MIG 21 Jets parkte, sicher unterstellen. Die Hangartore sind fast einen Meter dick und können nur mit Hilfe eines Traktors geöffnet werden.
Wie bei den Hobbits in „Herr der Ringe“ nur für Riesen gebaut!
Die meterdicken Hangartor können nur mit dem Traktor bewegt werden.
Ein historisches und bombensicheres Zuhause für Gunther!
Während nun unser Transponder eineAktualisierung des Mode S von der Firma Funke in Deutschland benötigt, unser Flarm eingestellt und die 100-stündige Motoreninspektion durchgeführt wird, nutzen wir die Zeit um doch noch Eger zu besuchen, das hübsche Städtchen inmitten der Weinberge, den Burgen und Kirchen und dem Thermalbad. Hier besuchen wir auch die Apollo Fabrik und verbringen eine tolle Zeit mit den Freunden vom Flugclub in Eger.
Gemütliches Zusammensein im Weinkeller
Im „Tal der schönen Frauen“ in Eger
Eger heißt in deutsch ja Erlau und der Name der Stadt stammt von den vielen Erlenbäumen ab,die einst hier wuchsen. Im „Tal der schönen Frauen“ reiht sich ein Weinkeller, der direkt in den Fels gearbeitet ist, an den anderen. Insbesondere die Rotweine sind eine Spezialität in der hiesigen Region und mein Testergebnis nach vier verschiedenen trockenen Rotweinen „Qualität ausgezeichnet“!
Aber wie geht es nun weiter? Als nächstes fliegen wir von Budapest / Tölköl Flughafen zum größten See in Mitteleuropa, dem Balaton (Plattensee). Dort werden wir unseren Flieger für 2 Wochen parken, denn Andreas sein 17-jähriger Sohn Steve hat ein gutes Abitur in Santa Marta / Kolumbien absolviert und das wird nunrichtig gefeiert. Und da darf der stolze Papa auf keinen Fall fehlen.Die Kleiderordnung macht uns noch etwas Kopfzerbrechen. Cocktailkleid und Anzug / Krawattenpflicht! Denn ich habe ja zu Beginn unserer Tour 2012 alles verkauft bzw. entsorgt und ich glaube Andreas hat noch nie einen Schlips besessen....?
„Davorne ist die Donau!“
Bildunterschrift hinzufügen
Noch ein bisschen Geschichte zum Flughafen Tölkölgefällig? Der Flughafen am Rand von Budapest gelegen, wurde 1928 gebaut. Während dem zweiten Weltkrieg wurden hier die Messerschmitt Bf 210s und die Bf 109s für die deutsche Luftwaffe und die Ungarische Air Force produziert. 1944 wurde der Flughafen samt Fabrik durch die USAFstark zerstört.Im November 1944 besetzte dann die Rote Armee denFlughafen.Aber die sowjetische Luftwaffe nutze diesen nicht wirklich bis zum Ende des Krieges, als Sie die squadron 201 hier stationierten. Heute ist der Flugplatz sehr aktiv und vieles wie z.B. die Hangar wurden weitestgehend im Original belassen. Die Start- / und Landebahn kann nicht über die ganze Länge benutzt werden, weil sich Anwohner über Störungen beschwert haben. Deshalb wurde die offizielle Länge auf 1000m gekürzt .....aber das ist mehr as ausreichend für uns ;).
Der gesperrte Pistenabschnitt!
Landung Flughafen Tölköl - Budapest
Ach und was ich noch erzählen wollte ..... Budapest ist die Heimat des Red Bull Air Race und dieses findet am 23 - 24. Juni statt. Zwei der Red Bull Akrobatik Flugzeuge stehen dann hier in „unserem Hangar“. Aber wir werden rechtzeitig aus Kolumbien zurück sein um das Spektakel über Donau mitzuerleben. Eure Trike Globetrotter Doreen
Video anklicken! Wie Andreas schon sagt ein toller Drei-Länderflug in ca. 5.800 ft und eiskalten -2 Grad Celsisus. Und unter uns, wenn er seine Handschuhe einfach nicht anziehen möchte, dann muß er eben frieren ;).
Noch schnell das IPad Case polieren!
Bereit zum Ablug! 4.45 Uhr in Pinzcow.
Polen wir kommen wieder!
Aber zurück zum Flug. 4.45 Uhr starten wir in Polen vom Flughafen in Pinczow. Der Flug führt uns vorbei an Krakau und aus der Luft können wir die Ausmaße des Konzentrationslagers Auschwitz - Birkenau II erst so richtig erfassen.
Konzentrationslager Auschwitz II - Birkenau
Blick auf die ehemaligen Baracken. bzw. die Überreste der Fundamente
und die Rampe wo die Züge mit den Häftlingen eintrafen
Nach ca. 1,15 Std. erreichen wir Frydlant in der Tschechischen Republik. Gerne würden wir auch hier verweilen, aber leider können wir nicht überall bleiben, zumal wir den kommenden Winter in wärmeren Gegenden fliegend verbringen wollen. Also den ersten Flugplan von Pinczow nach Frydlant schließen und den zweiten Flugplan von Frydlant nach Martin (Slowakei) öffnen.
Flugplatz Frydlant - Tschechische Republik
Auf der 2 Flugetappe (ebenfalls ca. 1,5 Std. Flugzeit) müssen wir steigen, denn nun liegen die Berge der Slowakei vor uns. Martin liegt am Turiec Fluss, zwischen den Ausläufern der Westkarpaten Malá Fatra und Vel`ká Fatra, in einem weiten Tal regelrecht umzingelt von den Bergen. Hier treffen sich gerade die Segelflieger aus Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Polen. Aber nicht nur die Segelflieger, denn Charlyy aus Deutschland ist mit seinem Motorschirm ebenfalls hier. Ein nettes Wiedersehen nach Augsburg.
Flug über das Malá Fatra ud Vel`ká Fatra Gebirge
Verdammt kalt hier oben!
Nun wieder die ersten Gebirge nach vielen Flügen im Flachland!
Am heutigen Flugtag haben wir somit „3 Länder mit einer Klappe (Flug)“ geschlagen. Habt ihr mitgezählt das wievielte Land die Slowakei ist? Nein, dann will ich es euch verraten, die Slowakei ist das 49 Land auf unserem Weltflugabenteuer. Wir werden nun 2-3 Tage die heranziehende Kaltwetterfront abwarten, bevor wir weiterfliegen nach Eger (Ungarn). Eure Trike Globetrotter Doreen
Nun ist es Zeit Warschau Bye bye zu sagen, dabei gibt es hier noch soviel zu entdecken. Aber wir sind natürlich auch gespannt auf das was noch vor uns liegt. 3.00 Uhr morgens werden wir aus unseren Träumen gerissen, aber der nun folgende Flug vom Warschau-Babice Flughafen (EPBC), das Weichselufer entlang, über den Stadteil Praga und die fantastischen Ausblicke auf die Altstadt mit dem Warschauer Schloß, dahinter die Wolkenkratzer samt Kulturzentrum und die bizarren Formen der Flusstrände der Weichsel, pusten die Müdigkeit sofort weg. Alles erstrahlt in dem Licht der aufgehenden Morgensonne und spiegelt sich in den Glasfassaden der Wolkenkratzer wieder. Aber was erzähle ich. Viel lieber nehme ich euch ein Stück mit auf diesen Flug, also seht selbst:
Die Silouhette von Warschau. Das Kulturzentrum wird von den jüngeren
Warschauern auch das „Empire State Building Warschaus“
genannt. Findet ihr es?
An der Weichsel liegt die Altstadt (die genau genommen ja keine ist,
sondern originalgetreu wieder aufgebaut wurde) und dahinter die
Wolkenkratzer der Neustadt.
Brücke über die Weichsel
Ein Blick auf und in das Nationalstadion das zur Fußball - EM 2012 errichtet wurde. Das Eröffnungsspiel fand hier statt. Bautechnisch ein Meisterwerk.
Flussstrände der Weichsel
Wir lassen Warschau hinter uns und nehmen Kurs in Richtung Krakau - Pinczow
Morgennebel über der Landschaft
2 Stunden später landen wir beim Flugclub in Pińczów, wo wir herzlich empfangen werden. Direkt im Hangar beziehen wir unser Zimmer und nach 2-3 Nächten fliegen wir weiter in die Tschechische Republik.
Landeanflug Pinczow. Die Landepiste liegt zwischen den beiden Flüssen.