Mittwoch, 26. Dezember 2018

Frohe Weihnachten - Bueno Feste

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Es ist Sonntag der 23.12.2018. Ein Blick in den Himmel und ich sah tiefe, dunkle Wolken, die schnell vorbeizogen und die Bergspitzen waren nicht mehr zu sehen. Also bei solch einer Wetterlage sind wir noch nie geflogen und dann übers Meer und die Alpen / Appeninnen, keine Notlandeplätze und der Zielflughafen Albenga liegt umringt von Bergen. Andreas ist auch skeptisch, aber der Meteorologe aus Pisa und aus Mailand sagt: „Kein Problem heute, kein Regen, kein Wind, absolut stabile Luft. Also wagen wir den Flug von Genua nach Albenga. Ein Fehler! Gleich beim Start ist es turbulent. Andreas kämpft sich voran aber es wird immer schlimmer. Downwinde ziehen uns 300m nach unten. Umkehr!

So verbringen wir das Weihnachtsfest in Genua und mal sehen ob wir Silvester auch noch hier sind!?

Frohe Weihnachten eure Trike Globetrotter
Andreas und Doreen

Samstag, 22. Dezember 2018

Mit Frostbeulen nach Genua

Landeanflug Genua
Heute also der zweite Versuch vorbei an Massa nach Albenga zu fliegen. Heute Morgen ist es so richtig arschkalt hier. Bitte entschuldigt den vulgären Ausdruck, aber das trifft es einfach. Bodenfrost und die Graspiste ist mit hübsch glitzerndem, weißen Rauhreif überzogen. Ich klappere jetzt schon vor Kälte. Aber Andreas, der will ja unbedingt bis nach Albenga fliegen 2 Stunden und 40 Minuten. Erst nach einigen Startversuchen springt der Motor endlich an und auf geht es zunächst in Richtung Massa.

Take Off auf dem Flugplatz Valdera bei Frost




















Es ist ein anspruchsvoller Flug, der Andreas alles abverlangt. Wir passieren mehrere Kontrollzonen und im Funk geht es hoch her. Wir sind auf der Höhe der Seealpen angelangt und überfliegen gerade den Flugplatz Massa. Heute ist tatsächlich alles ruhig. Keine Turbulenzen. Unsere Flughöhe beträgt zwischen 3000 und 4000 ft. Verdammt eisig. Ich bewege mich kaum und fühle mich nicht imstande auch nur ein Foto zu schießen. Dabei sind die Ausblicke und das Licht fantastisch.
Überflug Flugplatz Massa

Nur wenige Minuten nachdem wir die Berge erreicht haben kommen auch noch Wolken dazu. „Frierst du?“, will Andreas schon wieder von mir wissen. „Nein, ich halte es aus!“, dabei klappern mir die Zähne. „Also ich lande in Genua“, sagt Andreas. „Mir frieren hier die Füße ab!“ Und schon beginnt er mit dem Sinkflug, denn wir müssen unter die Wolken kommen.
 Zuerst die Berge!
Und dann die Wolken!
Durchstoß durch die Wolken hinab

Der Landeanflug auf Genua ist atemberaubend. Die Sonne strahlt den alten Hafen und die Stadt an. Wir passieren den historischen Leuchtturm und fliegen über das gewaltige Hafengelände hinweg bereit zur Landung. Die Landepiste endet und beginnt am Meer. Gerade jetzt wird es auch noch turbulent. Aber die Piste ist breit und lang und Andreas bringt uns gut runter. „N217TG ihre Parkposition ist ....“. Andreas hat andere Pläne: „....bitte um Erlaubnis gleich beim Flugclub zuparken.“
Blick auf den „alten Hafen“ und die Altstadt Genuas

Landeanflug über Genuas Hafen

Landepiste in Sicht

Kaum unten kommt auch hier ein Flughafenvetantwortlichet angesaust und erklärt uns das hier keine Ultraleichtflugzeuge landen dürfen. Der letzte ULM Pilot musste seinen Flieger in alle Einzelteile zerlegen und vom Flughafengelände schaffen, da er keine Starterlaubnis bekommen hat. Frohe Weihnachten, denke ich. Andreas verschwindet mit den wichtigen Leuten und nach Rücksprache mit dem Direktor der ENAC, dem Flughafendirektor u.v.a. ist nunn klar wir sind ein Leichtsportflugzeug.    Der Flughafen hat unsere Landung nun sogar stolz auf seiner Webseite gepostet. Also wieder einmal Ende gut alles gut.
Blick auf Genua





















Blick auf den Leuchtturm und die Stadt Genua

Ein paar Tage erkunden wir nun in Genuas imposanter Altstadt, mit hunderten von prächtigen Palazzos und Kirchen, bevor wir am Sonntag nach Albenga fliegen und dort Weihnachten verbringen werden.

Eure Trike Globetrotter
Doreen

Freitag, 21. Dezember 2018

Weihnachtsfreuden beim Flugclub in Valdera

„Horch was kommt von oben runter...“

Auch wenn wir nun ein kurzes Stück rückwärts fliegen mussten -denn ein Zmuda fliegt ja schließlich niemals zurück- sind wir froh nun beim Flugclub in Valdera zu sein. Mehr hätten wir nach dem gestrigen turbulenten Flug / -tag auch nicht geschafft. Dieser kurze, ruhige, ganz normale Flug war sehr wichtig für uns.

Italienischer Tannenbaum







































Barbara und die Mitglieder vom Flugclub Valdera bereiten uns ein herzliches Willkommen. Viele
sind da um uns landen zu sehen und einfach Barbara„Buongiorno“ zu sagen. Von einem Helicopterpiloten erfahren wir, das gestern der schlechteste Flugtag überhaupt in Richung Massa war und das kommt wohl nur 3 mal im Jahr vor. Volltreffer also! Er ist an dieser Stelle mit seinem Helicopter schon 4000ft abgesackt und er hat gestern alle Flugzeuge am Boden gehalten. Schuld sind bestimmte Winde. Für Mailand waren Turbulenzen vorausgesagt, aber Mailand ist ja unendlich weit weg, hinter den Bergen noch, trotzdem reichen diese dann bis hierher an die Küste.

Wann kommt denn nun der Weihnachtsmann mit seinem fliegenden Rentierschlitten?
                                                                 
       
Wir waren brav und haben keine Rute bekommen!
























Im Flugclub in Valdera ist alles schon sehr weihnachtlich. Die ganze Zufahrtsallee zum Flugplatz ist reichlich  geschmückt. Pro Baum eine Kugel, aber die Zufahrt ist ja auch lang. Sonntag waren wir zum Weihnachtsessen beim Flugclub eingeladen. Das erste Mal seit unserer Zeit in Italien schaffen wir es ein echtes italienisches 5 - Gänge Menü zu verspeisen. Ich zähle mal auf was es da alles gab:

0) Empfang mit Apperitiv (Fruchtpunsch) und Gebäck
1) gemischte Vorspeisenplatten mit Salami, Schinken, Champignons mit Pecorino und Olivenöl,
Bruschetta mit Lachs-, Leber- und Hühnchenpatét dazu Rotwein
2) Tomaten- / Gemüsesuppe
3) Gnochi in Creme mit Nüssen und Makkoroni Ragu
4) zarter Braten mit Ofenkartoffeln
5) Riesentorte mit Himbeeren und süßen Sekt und Kaffee

Lecker! Danach erst einmal 3 Wochen Diät, ihr wisst ja wegen dem Fluggewicht.

Weihnachtsmärchenstunde
Es gibt Weihnachstkuchen und Saft

Lecker!






















Am nächsten Tag, am Montag, warten 300 Kinder mit roten Zipfelmützen und leuchtenden Kulleraugen auf dem Flugplatz Valdera darauf, das der Weihnachstmann endlich angeflogen kommt. Und: „Horch was flattert da von oben heran?“, in einer fliegenden, rot geschmückten Rentierkutsche braust der Weihnachtsmann zu uns hinab. Auch meine Augen glänzen!





Dienstag geht es für uns weiter. Andreas will trotz der frostigen Temperaturen bis nach Albenga fliegen. Das bedeutet 2,5 Flugzeit, da müssen wir uns warm anziehen.

Eure Trike Globetrotter
Doreen
   

Mittwoch, 19. Dezember 2018

Schwere Turbulenzen und „Italienische Gardinen“

Flugvorbereitung - noch eben den Motor festschrauben!

Hallöchen, ich melde mich zurück vom Serristori Flugplatz in der schönen Toskana! Danke an alle die in letzten Wochen mit uns gemeinsam geflogen sind, wenn auch auf der Leinwand. Aber wenigstens war es da schön kuschelig warm!

Liebe Leute, gleich der erste Flugtag lässt meine Knie immer noch schlottern und das nicht nur wegen der Kälte!

Es ist Dienstag, der 11.12.2018. Ein optimaler Flugtag. Klarer Himmel, kein Niederschlag, kein Wind, ein bisschen kalt bei 3 Grad am Boden. Doch dieser Dienstag ist wie verhext. Zuerst muss die durchgebrochene Metallaufhängung / -befestigung für den Motor ausgetauscht und jede Verbindung und Schraube nochmals genau überprüft werden. Das verzögert unseren Abflug von 8.00 Uhr auf 14.15. Uhr. Aber kein Problem, das Wetter hält!

Dann werden auf der Startpiste vom Serristori Flugplatz Autotestfahrten mit Audi und Porsche durchgeführt, d.h. die Landebahn ist für den Flugverkehr gesperrt. Aber kein Problem, denn der Flughafen Serristori hat ja noch eine lange, parallel verlaufende Graspiste. Beim Abflug brausen wir mit dem Porsche um die Wette. Es ist sehr kalt hier oben aber ich genieße die Ausblicke auf die Toskanischen Hügel mit den eingebetteten mittelalterlichen Döfern und von weitem nähern sich schon das ligurische Meer und die Seealpen.

Porsche fliegt in Front vorbei


Im Funk geht es hoch her, denn wir überfliegen einige Kontrollzonen. Rom gibt uns an Florenz, Florenz an Pisa und Pisa an Massa weiter. Nach Einbau der neuen Mikrofone durch Flycom und der neuen Atenne funktioniert unser Funk nun glasklar.
Ein ganz normaler Flug bis..., ja bis wir auf der Höhe von Viareggio den Strand und rechts von uns die majestätischen Seealpen erreichen. Gleich die ersten Turbulenzen reichen aus, das ich von ganz alleine die Kamera in der Tasche verschwinden lasse. Rechts, lins, hoch und runter - solche Turbulenzen hatten wir noch nie in unseren über 6 Flugjahren. Am liebsten möchte ich mich am Sitz festkrallen. Aber ich muß ja die Tasche festhalten. Ich denke daran was mir mal ein Trikepilot gesagt hat: „Doreen, du musst in solchen Situationen einfach locker bleiben. Das Ding hält das aus!“

Kurs auf den Flugplatz Massa - die Turbulenzen beginnen

Andreas kämpft sich weiter voran. Versucht weiter hinaus über das Meer zu fliegen. Aber es hilft nichts. Wir sacken einige Meter nach unten. Dann erfasst uns eine enorm starke seitliche Böe und Andreas muß mit aller Kraft Gegenlenken. Wir verlieren immer mehr an Höhe, so als ob der Boden uns ansaugt. Der Flughafen von Massa ist in Sichtweite. Gerade denke ich noch „unlandbar“, völlig unmöglich hier heil runter zu kommen. Da gibt Andreas Vollgas und wir kehren um.

Starke Turbulenzen an der Ligurischen Küste


„N217TG starke Turbulenzen, ich kehre um und lande in Lucca!“ Tower Pisa: „N217TG Lucca ist geschlossen!“ Davon stand nichts in den Flughafenregularien / Notem. Nun nach einigem hin und her, wir wollten eigentlich nur sicher runter, erhalten wir vom Tower die Erlaubnis in Pisa zu landen. Die Genehmigung von der ENAC hierfür haben wir. Pisa ist ein Militärflughafen. Noch nie ist ein Fluggerät wie wir hier gelandet. Wir werden als absolute Bedrohung eingestuft (Alarmstufe rot) und nicht bei Civil Aviation sondern einsam auf dem Militärvorfeld geparkt. Ehe wir noch so richtig wissen was nun geschieht, sind wir umringt von uniformierten Personen. Soldaten, Carabinieri, Zoll, Luftwaffe, ENAC keine Ahnung wer die alle sind. „Werden wir jetzt verhaftet?“, frage ich Andreas. Nachdem Flug bin ich immer noch kreideweiß und es ist mir eigentlich egal was nun passiert - Hauptsache heil unten!

Heil unten in ???

Aber Ende gut, alles gut! Nach ein paar Formalitäten (u.a. wurden meine Kamera SD-Karten eingesammelt) dürfen wir den Militärstützpunkt am nächsten Morgen in Richtung Valdera verlassen und verschwörerisch sind wir uns alle einig: Nein, in Pisa da sind wir nie gelandet!

Eure Trike Globetrotter
Doreen