Mittwoch, 6. Juni 2018

Budapest für gestrandete Piloten und Nachteulen

Einer unserer Zylinderköpfe - So sollte der nicht aussehen!

So sieht unser Zylinder aus nach nur 550 Flugstunden und ca. 20% AvGas Nutzung. Aber neben dem FLARM, dem Transponder und dem Trimm bleibt dies nicht unsere einzige UIKeyInputDownArrowBaustelle. „Zwei Motorbefestigungen fehlen und die Dritte ist sehr locker!“, teilt uns der Mechaniker mit. Ich traue meinen Ohren nicht. Wo und wann haben wir die Befestigungsschrauben denn verloren oder wurden die nie eingebaut!? Dazu kommen noch zwei kleine Risse in der Kühlleitung. Das reicht, damit ist der Flug zum Balaton erst einmal verschoben. Unsere Sicherheit geht vor und nicht die Zeit und auch nicht das Budget. Schließlich ist der Balaton in 3 Wochen auch noch da, wenn wir aus Kolumbien zurück kommen! Irgendeine Fügung hat uns nach Budapest genau zu diesem professionellen Mechaniker gelenkt, der seinen Job sehr ernst nimmt und ein gutes Auge hat.  


Wartezeit bedeutet Arbeitszeit, aber natürlich auch Zeit um Budapest zu erleben. Wie ihr bestimmt wisst entstand die Einheitsgemeinde Budapest durch Zusammenfügung der Städte Buda (dt. Ofen) auf der westlichen Donauseite und Pest auf der östlichen Donauseite. Wir wohnen in Pest, in einem kleinen Appartement, direkt im Stadtzentrum, am Franz Liszt Platz, im Jüdischen Viertel. Auf den ersten Blick ist Budapest nicht meine ganz große Liebe. Alles wirkt etwas chaotisch (konkret wenn man auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen ist), gebietsweise etwas schmuddelig und von vielen wunderschönen historischen Gebäuden bröckelt der Putz. Der Stadtteil Pest hat eine unglaublich schöne historische Bausubstanz, wie z.B. die alten Bahnhöfe, die Bäder, die Oper, die Basilika, die Markthalle und hundertestilvoller Mietshäuser und Alleen. Es gibt auch sehr interessante moderne Architektur wie der sogenannte Walfisch oder das neue Theater. Aber das allerschönste und beeindruckendste Gebäude für mich ist und bleibt das Parlamentsgebäude.
Blick von der Freiheitsstatue (Szabadsàg szobor) 

Der „Walfisch“ (Bàlna Budapest)

Das beeindruckende Parlamentsgebäude




Die Sonne brennt und so gönnen wir uns in einer Strandbar direkt am Ufer der Donauein Gläschen eisgekühlten Rosé und genießen die Ruhe im Schattender Linden mit Blick auf die Kettenbrücke und Buda samt Königsschloss und die Fischerbastei. Da dann stoppt ein Bus und eine Herde Asiatischer Nachbarn kommt aufgeregt angetippelt. Doch Knips den Auslöser gedrückt, das Selfie ist im Kasten und schon kehrt wieder Ruhe ein. „Bestimmt fahren die heute noch nach Paris“, witzelt Andreas.
Prosit an der schönen Donau




Auf den zweiten Blick, am Abend wenn die Sonne untergeht und Lichter die Donaubrücken und die Stadt erstrahlen lassen, tolle Bars, Restaurants und Cafés aus dem Boden sprießen verändert sich das Flair, aus dem gebietsweise noch grauen Entlein wird ein glitzernder Schwan und was soll ich sagen: Budapest ist toll! Das schönste Erlebnis ist eine Bootsfahrt zum Sonnenuntergang auf der Donau, das darf man nicht versäumen. Für alle Nachtschwärmer - Budapest lässt euch garantiert nicht schlafen. Ein besonderes Erlebnis sind die Ruinenbars im jüdischen Viertel. Dort taucht man ein und kommt so schnell nicht wieder herausWas Ruinenbars sind wollt ihr wissen? Mit viel Kreativität und künstlerischem Geschmack in alten Abrisshäusern integrierte Bars mit Livemusik.
Das Schloss und die Kettenbrücke im nächtlichen Lichterglanz


So nun muß ich aber packen, denn morgen ganz früh geht es mit dem großen Flugzeug nach Kolumbien. Hier stellt sich nun nur noch die Frage nach dem Dresscode.

Bis bald eure Trike Globetrotter
Doreen